Das Netzwerk bringt Menschen, Einrichtungen und Initiativen zusammen, die Gemeinschaftsgärten als lebendige Orte für Bildung, Teilhabe und Nachhaltigkeit verstehen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Bildung für Nachhaltige Entwicklung ganz praktisch erfahrbar machen lässt – mitten im Garten, gemeinsam mit unterschiedlichen Zielgruppen und immer nah an der Lebenswelt.
Ausgangspunkt war das Projekt „BNE in Gemeinschaftsgärten“, das vom Institut für Grundschulpädagogik gemeinsam mit weiteren Partner*innen ins Leben gerufen wurde. Die Projektkooperation mit der Universität Rostock prägte das Netzwerk von 2018 bis 2024. In dieser Zeit entstanden gemeinsame Veranstaltungsformate, Lehr-Lern-Settings und vielfältige Zugänge dazu, Nachhaltigkeit und Biodiversität in und um Rostock sichtbar und erfahrbar zu machen.
Das Netzwerk verbindet Hochschule, Verein und weitere Partner*innen rund um Bildung für nachhaltige Entwicklung im Gemeinschaftsgarten.
Das Netzwerk möchte Bildung für Nachhaltige Entwicklung nicht nur theoretisch besprechen, sondern gemeinsam praktisch umsetzen. Dazu treffen sich die Partner*innen regelmäßig, tauschen Erfahrungen aus, entwickeln Veranstaltungsformate und fragen immer wieder neu, wie Gemeinschaftsgärten als Lernorte genutzt werden können. Themen wie Biodiversität, naturnahes Gärtnern, gesunde Ernährung, nachhaltiger Konsum und gemeinschaftliches Handeln werden dabei so aufbereitet, dass sie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene konkret erfahrbar werden.
Eine zentrale Rolle spielten dabei die Studierenden. Sie waren nicht nur Gäste, sondern trugen die Netzwerkarbeit aktiv mit: Sie planten mit, begleiteten Aktionen, probierten Methoden aus und reflektierten ihre Erfahrungen im Hinblick auf die Anforderungen, die Bildung für nachhaltige Entwicklung später an Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte stellt. Dadurch entstand eine Verbindung aus universitärer Lehre, gesellschaftlichem Engagement und praktischem Lernen im Garten.
Lernstationen, Infotafeln und Naturbeobachtung im Garten
Projektformate zwischen Lehre, Praxis und Biodiversität
Ein besonderer Kern der Arbeit ist der „Erlebnisgarten“. Er ist nicht nur ein schöner Ort im Kleingartenverein, sondern ein Raum, in dem Lehre, Praxis und Zusammenarbeit zusammenfinden. Hier werden Veranstaltungen durchgeführt, Bildungsangebote erprobt und Ideen gemeinsam weiterentwickelt.
Für das Institut für Grundschulpädagogik ist der Erlebnisgarten dabei mehr als ein außerschulischer Lernort: Er wird im Sinne eines Reallabors in die Lehre eingebunden. Studierende betreiben ihn selbstorganisiert mit und arbeiten dabei mit pädagogischen Ansätzen wie Forschendem Lernen und Projektlernen. Sie planen Vorhaben, testen Methoden, beobachten Prozesse und gewinnen Erkenntnisse aus konkreten Erfahrungen vor Ort.
Aus der Projektkooperation ist eine Forschungsarbeit hervorgegangen, die die Erfahrungen und Perspektiven rund um Bildung für nachhaltige Entwicklung in Gemeinschaftsgärten bündelt. Die Veröffentlichung macht sichtbar, wie sich Gartenpraxis, Hochschullehre und gemeinschaftliches Lernen gegenseitig bereichern können.
Öffentliche Termine des Netzwerks finden insbesondere im Erlebnisgarten statt. Dazu gehört das Gartencafé von April bis Oktober, jeweils am letzten Mittwoch im Monat von 17 bis 18 Uhr.
Weitere Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Rückblicke veröffentlichen wir über Presse und Chronik.
Wenn wir von einem „Reallabor Erlebnisgarten“ sprechen, meinen wir einen Ort, an dem nicht nur über nachhaltige Entwicklung gesprochen wird, sondern an dem Neues tatsächlich ausprobiert, beobachtet und gemeinsam reflektiert wird. Genau darin liegt die besondere Qualität eines Reallabors: Es verbindet Forschung, Praxis und gesellschaftliches Lernen.
Im Erlebnisgarten bedeutet das vor allem Kommunikation und Aushandlung: zwischen Studierenden, Netzwerkpartner*innen, haupt- und ehrenamtlich Engagierten sowie allen Menschen, die den Garten nutzen. Inhalte, Handlungsweisen und Ziele werden immer wieder gemeinsam hinterfragt. Dabei entstehen manchmal auch unterschiedliche Perspektiven oder Konflikte – gerade diese Prozesse können jedoch zu neuen Einsichten, tragfähigen Lösungen und unerwarteten Fortschritten führen.
Dass alle Kooperationspartner*innen aktiv eingebunden sind und dass Studierende mit Mitarbeiter*innen und Engagierten auf Augenhöhe zusammenarbeiten, macht den Erlebnisgarten zu einem echten Reallabor: zu einem Ort des Mitgestaltens, des Lernens und des gemeinsamen gesellschaftlichen Ausprobierens.
Das Institut für Grundschulpädagogik hat das Projekt „BNE in Gemeinschaftsgärten“ gemeinsam mit weiteren Partner*innen initiiert und prägte die inhaltliche Arbeit des Netzwerks wesentlich mit. Im Rahmen der Projektkooperation mit der Universität Rostock von 2018 bis 2024 gestalteten Studierende Veranstaltungen mit, entwickelten Bildungsangebote weiter und verbanden wissenschaftliche Fragestellungen mit praktischer Arbeit im Garten.
Der Kleingartenverein „Weiße Rose e.V.“ ist das Zuhause des Gemeinschaftsgartens und stellt mit dem Erlebnisgarten einen vielseitigen Lern- und Begegnungsort zur Verfügung. Ehrenamtliche kümmern sich um Gestaltung, Pflege und Weiterentwicklung der Fläche, zu der Beete, ein Sinnespfad und viele Lebensräume für Insekten gehören.

Die Don-Bosco-Grundschule liegt – wie der Erlebnisgarten – in der Rostocker Südstadt. Mehrmals im Jahr besuchen Kinder der Schule den Garten und erleben dort gemeinsam mit Studierenden Themen wie Nachhaltigkeit, ökologisches Gärtnern, Insektenkunde und Naturerfahrung mit allen Sinnen.
„Natur im Garten e.V.“ begleitet interessierte Gärtner*innen und pädagogische Einrichtungen auf dem Weg zu einem ökologisch bewirtschafteten Garten. Der Verein stärkt damit Bodenschutz, Artenvielfalt und das Verständnis für ökologisches Handeln. Workshops, Projekte und Vorträge – vom Obstbaumschnitt bis zum Bau eines Insektenhotels – bringen praktische Erfahrung und Fachwissen zusammen.
Die folgenden Beiträge geben zusätzliche Einblicke in das Netzwerk, den Erlebnisgarten und die Arbeit rund um Bildung für nachhaltige Entwicklung in Gemeinschaftsgärten.
Wer Interesse am Netzwerk hat, bei Aktionen mitwirken möchte oder Ideen für gemeinsame Formate, Veranstaltungen oder Kooperationen mitbringt, ist herzlich eingeladen, Kontakt aufzunehmen. Willkommen sind ebenso Anfragen rund um den Gemeinschaftsgarten des Instituts für Grundschulpädagogik sowie Vorschläge, wie sich der Erlebnisgarten und das Netzwerk weiterentwickeln können.